Um was geht es hier eigentlich?

 

In der Kunst – oder Gestaltungstherapie wird gemalt oder gezeichnet, sowie mit Ton, Holz oder Speckstein gearbeitet. Damit ist sie eine handlungsbezogene Alternative zu überwiegend gesprächsorientierten Therapieformen. Mit gestalterischen Mitteln werden seelische Prozesse in Gang gesetzt und anschaulich gemacht.

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Das offizielle und etwas großartige Wort „Kunst – Therapie“ legt für viele Menschen einen hohen Anspruch nahe und schafft Distanz statt Nähe. Es macht daher Sinn, von „Gestaltungstherapie“ oder begleitetem Gestalten zu sprechen.

*Denn tatsächlich geht es in der Kunsttherapie nicht um das Erbringen einer irgendwie zu bewertenden „guten Leistung“, etwa in Form eines „schönen“ Bildes oder eines präsentablen Werkstücks. Vielmehr stehen die Erfahrungen, die Sie beim Gestaltungsprozess mit sich selbst und dem Material machen, im Focus, wie z. B.: welche Gedanken gehen Ihnen dabei durch den Kopf?

Was erleben, was fühlen Sie dabei? Was kommt in Ihrem Innersten in Bewegung? Wo bilden sich Hinweise ab, die etwas über Ihre schwierige Situation erzählen, etwas mit ihr zu tun haben?

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Mit anderen Worten: begleitetes Gestalten  lädt Sie ein zu einer Begegnung mit Ihren Emotionen und Gefühlen; dazu, Ihrer Seele wieder mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Daher sind auch keine „künstlerischen“ Vorkenntnisse oder besondere Begabungen gefragt; umgekehrt werden Sie erleben, dass beim Gestalten immer wieder einfache, kraftvolle Arbeiten entstehen, die auch ästhetisch beeindrucken und zu lebendigen Kunstformen werden. Was zu ganz positiven Rückwirkungen auf Ihre Motivation und Grundstimmung führen wird.

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In der gemeinsamen Nachbetrachtung Ihrer Gestaltung beziehe ich mich auf das, was Sie mir darüber erzählen, was Sie mitteilen wollen. Ich gebe Ihnen umgekehrt Rückmeldungen über das, was ich sehe, wie es auf mich wirkt. Wir nehmen das, was über Form und Farbe in die Sichtbarkeit gekommen ist, als Ausgangspunkt für ein in alle Richtungen offenes Gespräch.

Ihre Arbeiten werden von mir aber weder interpretiert noch „gedeutet“.